Moselradtour von Augusta Treverorum (Trier) bis ad Confluentes (Koblenz) 20.8.2001-24.8.2001

Vorgeschichte

Bei einer Radtour an der Mosel denkt man in erster Linie an Wein, vornehmlich an Weißwein, Riesling ist die vorherrschende Sorte, und aus meiner Jugendzeit (meine Heimat liegt in der Nähe von Koblenz) wusste ich, dass Moselwein im allgemeinen lieblich oder halbtrocken war. Ob das immer noch so ist, wollte ich bei dieser Radtour feststellen. In vielen Artikel las man immer wieder, dass die Winzer ihr Image durch die Produktion qualitativ hochwertiger Weine aufzupolieren versuchen, denn der Geschmack (nicht nur meiner) hat sich geändert und man ist auch bereit für einen guten Wein einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

In einem Reiseführer war zu lesen, dass im Moseltal, bewohnt von den keltischen Treverern, schon vor der Eroberung durch die Römer Wein angebaut wurde, das es dafür einige Hinweise gibt, aber keinen offiziellen Beweis.

Riesling

Sicher ist, dass die Römer Weinreben mitbrachten, denn jeder Legionär hatte täglich Anspruch auf zwei Liter Wein. Dieser Wein konnte unmöglich mitgenommen werden, so dass er überall dort, wo die Römer waren, angebaut wurde. Schon die Römer brachten eine Weißweinsorte mit, den Eibling, eine Rebensorte die auf den schieferbedeckten Böden im Rhein-Mosel-Gebiet vortrefflich wuchs und der heute noch an einigen Stellen angebaut wird und einen leichten Wein ergibt. Anfangs war der Weinbau eingeschränkt, aber schon unter Kaiser Augustus wurde die Kontingentierung aufgehoben.

Etwa 1450 wurde zum ersten Mal eine Rebensorte namens "Rüßling" erwähnt. Das war wohl die Geburtsstunde dieses Weines. Die Rieslingtraube hat einen langen Reifungsprozess, der durch die geologischen und klimatischen Bedingungen im Mosel- und Rheintal besonders begünstigt wird. Mosel-Saar-Ruwer so nennt sich die Weingegend; die Mosel kennt man ja, die Saar auch, aber wo ist das Ruwertal?

Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele noch gut erhaltene römische Bauten und wo es guten Wein gibt, da gibt es auch reiche Klöster, Gutshöfe und Patrizierhäuser und somit schöne Kirchen und idyllische Städtchen. Letztendlich heißt es auch, wo Wein getrunken wird, kann man gut Essen. Ganz zu schweigen von der landschaftlichen Schönheit des geschwungenen Moseltals, das auch Dichter, Bildhauer und andere Künstler inspirierte.

Eine ganze Reihe von Gründen, sich etwas näher mit dieser Gegend zu beschäftigen.

Leider mussten wir, das sind in diesem Jahr meine Tochter Laura (13) und ich, das Kennenlernen auf eine kurze, fünftägige Tour (mit An- und Abreise) beschränken. Bei einer Länge von über 200 km kamen dann auch wieder zwischen 70 und 80 Kilometer pro Radeltag zusammen, zuviel um unterwegs noch ausgedehnte Besichtigungen einzuschieben.

Aber zumindest konnte man sich die Orte anschauen, an denen es sich bei einem weiteren Aufenthalt lohnt, länger zu bleiben, oder den man als Ausgangspunkt für das Erkunden der Umgebung wählen kann. Verweisen wollte ich an dieser Stelle auf den Link Bett&Bike, mit vielen interessanten Übernachtungsmöglichkeiten, nicht zu teuer, an denen man auch Weinproben machen kann. Meine Tochter und ich wollten diesmal wieder Campingplätze ausprobieren.

Von Karlsruhe gab es einen durchgehenden Regionalexpress nach Trier, langsam, über Heidelberg und Mannheim, dafür auch etwas teurer als der Weg mit Umsteigen in Neustadt a. d. Weinstrasse. Für diesen Weg hätten wir das Rheinland-Pfalz-Ticket für 40 DM benutzen können, bei dem der Fahrradtransport schon eingeschlossen ist, für den Regionalexpress bezahlten wir etwa 100 DM, wobei die Fahräder mit 16 DM pro Stück zu teuer waren. Laut Internet kostet eine Fahrradkarte im Regionalexpress nur 6 DM. Unsere Reklamation im Bahnhof Karlsruhe brachte den Bescheid, dass das nur für Fahrten unter 50 km und für das Schöne Wochenende zutrifft.

Na ja, bei der Rückfahrt werden wir es besser machen!

Montag, 20.8.2001     Fahrt mit dem Regionalexpress von Karlsruhe nach Trier

Es war bewölkt, auf dem Weg zum Bahnhof tröpfelte es auch ein wenig, aber das Wetter versprach schön zu werden. Meine Frau brachte, wie immer, das Gepäck zum Bahnhof, so dass meine Tochter und ich nur mit den Fahrräder zu fahren brauchten.

Der Regionalexpress fuhr an einem der hinteren Bahnsteige ab, dort gab es keine Komforteinrichtungen wie Fahrstuhl oder Transportbänder, so dass wir unsere Fahrräder und das Gepäck mühsam die Treppe hochtragen mussten. Da wir ziemlich zeitig waren, konnten wir uns schöne Plätze sichern und auch das Fahrradabteil blieb an diesem Montag weitgehend leer.

Auf der Fahrt amüsierte sich meine Tochter über die Schüler, die in Rheinland-Pfalz und im Saarland zustiegen, da dort die Schule bereits begonnen hatte, während sie noch die Hälfte der Ferien vor sich hatte

Ankunft in Trier

Die ersten Meter in Trier waren wie immmer chaotisch. Am Bahnsteig gab es zwar ein Gepäckbeförderungsband, aber in der Unterführung waren noch einmal 3 Treppenstufen, die es bepackten Radfahrern nicht gerade leicht machten. Der Weg zur Mosel war dann auch nicht so einfach zu finden, Radwege endeten plötzlich, man musste auf der Strasse weiterfahren, Unterführungen mit vielen Treppen machten es dem bepackten Radfahrer unmöglich auf die andere Strassenseite zu kommen. Schließlich fanden wir eine Brücke und erreichten den Campingplatz auf der anderen Moselseite

Der Campingplatz hatte kein besonders hohes Niveau, er war laut, die Zeltwiese war durchsetzt mit vielen Maulwurfshügeln und auf der Toilette gab es kein Toilettenpapier. Das Management wurde von einem Ruderverein gemacht und in der Vereinsgaststätte konnte man morgens Frühstücken.

Wir bezahlten für die eine Nacht 36 DM. Das kam uns unverschämt teuer vor und richtig, als wir am Ende der Fahrradtour die Quittungen noch einmal anschauten, bemerkten wir, dass man uns 10 DM zuviel abverlangt hatte.

Das ist mit einer der Gründe, warum wir Trier als ein teures Pflaster in Erinnerung haben. Nachdem das Zelt aufgebaut war, fuhren wir noch einmal in die Innenstadt, sahen uns die Porta Nigra an,Porta Nigra kauften uns eine Landkarte für die Moseltour, die wir zu Hause nicht bekommen hatten und die Getränke für den Abend. Dann verweilten wir etwas auf dem schönen, alten Marktplatz und tranken den ersten Riesling an einem Weinprobierstand. Dort konnte man auch einen Spätburgunder probieren, eine Weinsorte, die an der Mosel nicht so häufig angebaut wird.

Der Dom und das Karl-Marx-Geburtshaus war leider schon geschlossen, so dass wir uns auf die Besichtigung der Außenfassade beschränken mussten. Karl Marx Geburtshaus Nach dem Abendessen fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz.
Uns sind die vielen Tippelbrüder aufgefallen, die vor den Kirchen, auf dem Marktplatz und am Moselradweg herumlungerten und bettelten

Um die 2000-jährige Geschichte der Handelsstadt Trier, dem Verwaltungssitz und der Kaiserresidenz zu erkunden, muss man sich unbedingt mehr Zeit nehmen. Im Dom wird seit über tausend Jahren der Heilige Rock Jesu aufbewahrt, den die heilige Helena im Jahre 326 in Palästina gefunden haben soll und nach Trier gebracht hat und der nur zu seltenen Gelegenheiten gezeigt wird und dann Trier zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort macht.

Dienstag, 21.8.2001     Trier - Bernkastel-Kues (85 km)

Nachdem wir das Zelt abgebaut und alles gepackt hatten, gingen wir zum Frühstück in die die Vereinsgaststätte des Rudervereins. Wir bekamen dort für 12 DM ein sehr ausführliches Frühstück, mit 3 Brötchen, Ei, Schinken, Käse, Salami, Kaffee, Joghurt usw., so dass wir den Tag gestärkt angehen lassen konnten.
Nach einem kurzen Zwischenstop auf der Bank in Trier, suchten wir dann den Moselradweg. Den Abstecher ins Ruwertal mussten wir leider aus Zeitgründen ausfallen lassen. Aber diese Tour sollte eine erste Informationstour sein, in den nächsten Jahren werden wir gezielte Regionen intensiver bereisen, unterwegs sahen wir überall Hinweise auf freie Privatzimmer und Ferienwohnungen, wo man sich ein paar Tage einquartieren konnte.

Teilweise war der Radweg gut ausgeschildert, teilweise fehlten auch Schilder, insbesondere zwischen Pfalzel und Ehrang mussten wir über die Bundesstrasse fahren, bis wir wieder den Einstieg in den Moselradweg gefunden hatten.

Der Radweg wurde vermutlich absichtlich durch alle Weindörfer geführt, damit man auf die Probierstuben, Straußwirtschaften und Cafés aufmerksam wurde, die auf den durstigen Radler warteten. Da die Dörfer aber nicht immer unmittelbar an der Mosel lagen, musste man teilweise recht heftige Steigungen bewältigen, insbesondere wenn man noch die Bundesstrasse überqueren musste. Andererseits sah man dadurch aber auch die schönen, mittelalterlichen Ortskerne, die Fachwerkhäuser und die schönen Patrizierhäuser.

Kirche bei Trittenheim

Unsere Mittagspause verbrachten wir bei einem Weinbauern in Thörnich bei einem Glas Schorle. Er erzählte uns, was die Menschen in dieser Region bewegte, der sich verzögernde Bau einer Brücke und der damit verbundene Buspendeldienst zwischen zwei Ortsteilen, die auf den unterschiedlichen Moselseiten lagen.

Oft führte der Moselradweg auch mitten durch die Reben, so dass man die einzelnen Sorten, zumindest rot und weiss, unterscheiden konnte. Bei Rotwein handelte es sich überwiegend um die neue Dornfelder Traube, die mir eigentlich aus der Pfalz bekannt war.

Wir passierten Neumagen-Dhron und Piesport, zwei weitere Weinorte, sehr schön und nicht so touristisch, an denen es sich lohnt länger zu verweilen.

Da der Tag ziemlich warm wurde, machten wir noch einmal eine Pause an einem Supermarkt, wo wir noch einmal kühle Getränke und ein paar Bananen kauften, um uns für den letzten Teil des Wegs zu stärken.
Bernkastel-Marktplatz Bernkastel-Spitzhäuschen So erreichten wir den Campingplatz in Bernkastel-Kues, sehr schön gelegen an der Mosel, ruhig, ebenes Wiesengelände für die Zelte, Duschen inklusiv für nur 21 DM, es gab sogar Toilettenpapier.
Zuerst kauften wir in Kues, dem Ortsteil, in dem der Campingplatz lag, in einem Supermarkt noch Getränke für den Abend, dann duschten wir und fuhren in den schönen, aber touristischen Ort Bernkastel. Sehenswert ist hier der Marktplatz und das Spitzhäuschen mit einer Weinprobierstube im Keller. Das Abendessen nahmen wir im alten Zollhaus ein, in einem Biergarten, wo man auch verschiedene Sorten Wein probieren konnte, unter anderem einen Chardonnay, auch eine Sorte, die es noch nicht lange an der Mosel gibt.

Mittwoch, 22.8.2001     Bernkastel-Kues - Cochem (49 km)

Heute wollten wir es gelassen angehen. Auf den Campingplatz kam morgens ein Bäcker, der unter anderem auch fertig belegte Brötchen verkaufte, so dass wir uns auf diese Weise schon für die Mittagsrast eindecken konnten. Ansonsten kauften wir Croissants und Brötchen, im Camperladen gab es Butter und Marmelade, so dass wir ausgiebig mit einem Becher Eistee frühstücken konnten. Nebenher musste ich noch einige wichtige Telefonate führen, Mobiltelefone haben den Nachteil, dass man überall erreichbar ist.
Erst gegen 10 Uhr starteten wir. Das Wetter versprach wieder schön und heiß zu werden, laut unserer Karte waren es wieder zwischen 80 und 90 km bis Cochem, wir wollten sehen, bis wohin wir es schaffen würden.

Wir passierten Zeltingen-Rachtig und Ürzig, ebenfalls zwei Weinorte mit schönen Fachwerkhäusern. Ürzig gilt als das schönste Dorf an er Mosel.

Bis zur Mittagspause waren wir in Traben-Trabach. Wir fotografierten die berühmte Brückenschenke Traben-Trabach Brückenschenke und in einem Supermarkt versorgten wir uns noch einmal mit kühlen Getränken. Die Mittagspause machten wir dann auf einer Bank an der Uferpromeade in Trabach.

Hier keimte zum ersten Mal der Gedanke auf, einen Teil der Strecke mit dem Schiff zu fahren. Ab Traben-Trabach fuhren aber keine Schiffe bis nach Cochem, so dass wir uns entschlossen, bis Zell weiterzufahren, dort würden wir sicher ein Schiff finden.

So fuhren wir dann noch bis nach Zell, ein ebenfalls sehr schöner Ort. Schloss in Zell
Zell liegt in einer Moselschlinge, die an der engsten Stelle nur einige hundert Meter breit ist. Dort hätte man, durch einen kurzen Anstieg von etwa 150 Metern, auf der anderen Seite wieder herunter, mehr als 10 Kilometer abkürzen können. Wir aber wollten nach Zell, außerdem hätten wir dann mit einer Fähre die Moselseite wechseln müssen.

Wir hatten nun die Wahl entweder noch ein kleines Stück mit dem Fahrrad oder mit dem Schiff bis nach Cochem zu fahren. Das Schiff fuhr erst um 16 Uhr, wir hatten also noch über eine Stunde Zeit zu überlegen, es würde dann erst um 19 Uhr in Cochem ankommen, dadurch konnten wir natürlich keinen ausgedehnten Stadtbummel mehr in Cochem machen. Andererseits konnten wir die verbleibende Zeit in Zell dazu verwenden. So machten wir es dann auch, wir freuten uns auf die Schifffahrt, denn sie würde uns an einigen Highlights vorbeiführen, die wir auf diese Weise richtig entspannt genießen konnten.

Das Schiff hatte etwa eine halbe Stunde Verspätung, aber wir hatten es nicht unbedingt eilig. Es war kein Problem mit den Fahrrädern, man hatte im Unterdeck eine Reihe Tische beiseite geräumt, damit es ausreichend Platz gab. Die Fahrt kostete für meine Tochter und mich und die Fahrräder 49 DM

Wir machten es uns gemütlich und sahen die kombinierte Auto- und Eisenbahnbrücke in Bullay (unten Straße, oben Bahnlinie), Bremmer Calmund Brücke: oben Bahn, unten Auto Schleuse in Neef wurden insgesamt zweimal geschleust und kamen an den steilsten Rebhängen Europas in Bremm vorbei. Diese Rebhänge haben einen Winkel von 68, als etwa 150 Prozent. Hinter Bremm beginnt die größte Moselschleife, der sogenannte "Krampen". Etwa in der Mitte befindet sich der Ort Beilstein mit der Ruine Metternich, ein ebenfalls sehr schöner Ort mit alten Fachwerkhäusern.

Etwa um halb acht kam die Reichsburg von Cochem in Sicht Reichsburg Cochem und kurze Zeit später legten wir in dem Ort an.
Der Weg zum Campingplatz führte dann, entgegen den Weisungen auf der Landkarte, zunächst steil in die Höhe, wir passierten die Jugendherberge, die nur deshalb Jugendher-Berge heißt, weil sie immer auf dem Berg liegt, um dann in einer rasanten Abfahrt den Campingplatz am Moselufer zu erreichen.

Unterwegs kamen wir noch an einem Supermarkt vorbei, da es aber schon sehr spät war, wollten wir lieber sofort unser Zelt aufstellen und in der Campingplatz-Gaststätte zu Abend essen. Die Parzellen auf dem Platz waren sehr klein, wir hatten Probleme unser Zelt optimal aufzustellen. Im Campingplatz-Imbiss wurde ein Fußballspiel der Championsleague übertragen und der Wirt erklärte sich ausnahmsweise bereit, uns noch eine Bratwurst mit Pommes Frites zu machen. Es war alles in allem etwas ernüchternend. Die anderen Campingplätze waren alle wesentlich besser ausgestattet. Die Übernachtung kostete 26 DM und für die Duschen musste man Wertmarken kaufen. Das nächste Mal würden wir früher anhalten, wir sind an einigen sehr schönen Campingplätzen vorbeigekommen, die anderen Orte waren auch nicht so überlaufen. Zu allem Überfluß sollte am nächsten Tag in Cochem ein Weinfest beginnen.

Donnerstag, 23.8.2001     Cochem - Koblenz (60 km)

Als wir aufwachten, lag Nebel über dem Moseltal, aber die Sonne war schon aufgegangen und hat ihn schon bald aufgelöst. Zum Frühstück gab es Kekse, Kakao und Eistee. Im dem Supermarkt, an dem wir gestern abend vorbeigekommen waren, versorgten wir uns mit Getränken und belegten Brötchen für unterwegs. Die Folgen des letzten Hochwassers wurden überall noch beseitigt, der Weg war holperig, ein unbefestigter Waldweg bis zu einer Fähre. Wir setzten auf die andere Moselseite über und mussten nun auf einem Radweg direkt neben der Bundesstrasse fahren. In Treis gab es einige Diskussionen mit anderen Radlern und einigen Einheimischen, welche Moselseite die Bessere sei. Die rechte Seite war im Schatten, also etwas kühler, die linke in der Sonne, also heiss. Wir entschieden uns für die Schattenseite, der Radweg hier ging auch nicht direkt an der Bundesstrasse entlang, sondern war durch einen schmalen Grünstreifen davon getrennt.

Da in diesem Abschnitt der Radweg immer parallel zur Bundesstrasse verlief, die Bundesstrasse aber fast alle Ortschaften umging, sahen wir leider nicht sehr viel von den Orten. Alles in allem war der Weg nicht sehr spektakulär, diesen Abschnitt konnte man eigentlich getrost auslassen, wenn man von den vielen schönen Burgen, die von den Moselhängen herabblickten, absah. (Vielleicht hätten wir diesen Abschnitt mit dem Schiff fahren sollen?)

In Alken mussten wir wieder die Seite wechseln, auf diese Weise hatten wir einen sehr schönen Ausblick auf die Burg Thurand. Mittagspause machten wir in Kobern auf einer Bank im Schatten, direkt am Moselufer.

Autobahnbrücke Winningen

Hinter Kobern führte der Weg zwischen der Bahnlinie und den Rebhängen entlang, was aber auch bedeutete, dass wir ab und zu kleine Anstiege bewältigen mussten, da die Berge ziemlich dicht an die Bahnlinie herankamen. Den schlimmsten Anstieg mussten wir in Winningen bewältigen, direkt hinter der grossen Autobahnbrücke über die Mosel.

Dann erreichten wir Güls, wo wir noch einmal bei einem Supermarkt eine kleine Pause mit kühlen Getränken einlegten, wir wechselten wieder die Moselseite und erreichten schon bald das Deutsche Eck, an dem die Mosel in den Rhein mündet. Deutsches Eck Der Campingplatz war direkt gegenüber, mit einem phantastischen Blick auf die Festung Ehrenbreitstein. Auch hier gab es wieder die Möglichkeit in der Camperklause zu frühstücken.

Koblenzer Schängel

Nachdem wir uns in einem nahegelegenen Supermarkt wieder mit Getränken eingedeckt hatten, fuhren wir in die Altstadt, stellten die Fahrräder ab und erkundeten alles zu Fuß. Ich zeigte meiner Tochter das Wahrzeichen von Koblenz, den Schängel, den typischen Lausbuben, der in bestimmten Abständen die Passanten naßspritzt.

Zum Abschluss der Radtour gab es ein ausgezeichnetes Nudelgericht in einem italienischen Lokal in der Altstadt.

Den ganzen Tag über hielt sich Hochnebel und ich hatte schon die Befürchtung, dass wir nachts mit einem Gewitter zu rechnen hätten, aber es war eine sternenklare Nacht und wir saßen noch lange vor unserem Zelt und genossen den schönen Abend.

Freitag, 24.8.2001     Koblenz - Karlsruhe, Rückreise (10 km)

Um 9 Uhr, nachdem wir das Zelt abgebaut hatten und alles gepackt hatten, gingen wir zum Frühstück. Wir zahlten 7 DM, dafür war es nicht ganz so ausgiebig wie in Trier, aber ausreichend. Alles in allem war Koblenz deutlich preiswerter als Trier, auch der Campingplatz war mit 19 DM am billigsten, dafür aber fast am Schönsten, sogar die Duschen waren kostenlos. Das Sanitärhaus war wegen der alljährlich kommenden Hochwasser wie ein Schiff gebaut um der starken Strömung zu widerstehen.
Bezüglich der Radwege hatte man in Koblenz sehr viel getan, es gab auf fast jeder Strasse eine separate Fahrradspur, der Weg zum Bahnhof wurde auf diese Weise stressfrei.

Die Zeit bis zur Abfahrt verbrachten wir in der Innenstadt, kauften uns wieder belegte Brötchen bei einem Bäcker für die Fahrt und tranken einen Eiskaffee. Die bepackten Fahrräder hatten wir einfach am Bahnhof abgestellt.

Die Rückfahrt wollten wir anders machen als die Hinfahrt, zumindest deutlich preiswerter. Wir kauften uns ein Rheinland-Pfalz-Ticket, bei dem der Fahrradtransport eingeschlossen war. Auf diese Weise fuhren wir mit einem klimatisierten Doppelstockzug nach Mainz. In Mainz stand der ebenfalls klimatisierte Anschlußzug bereits am gleichen Bahnsteig, so dass wir nur die Fahrräder einladen mussten. Diesr Zug war eine neuen Verbindung zwischen Mainz und Karlsruhe, auf der pfälzischen Seite bis Germersheim. Ab Germersheim galt bereits der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes, so dass wir ab dort mit einem billigen Regioticket für 19 DM weiterfahren konnten.

Der Zug von Mainz war nur ein kurzer Dieseltriebwagen, alle Plätze waren schnell belegt. Kurz vor Abfahrt stieg noch eine komplette Schulkasse ein, die natürlich keine ausreichenden Sitzplätze mehr bekamen und teilweise in die erste Klasse ausweichen durften.

Meine Tochter amüsierte sich wieder über die Schüler, die bereits in die Schule gingen.
Pünktlich kamen wir in Kalrsruhe an und meine Frau holte wieder unser Gepäck ab, so dass wir nur mit den Fahrrädern nach Hause fahren brauchten.